Beobachtungswert: Himmelsvorschau 08/2024

Hinweis: Alle genannten Uhrzeiten für astronomische Ereignisse beziehen sich auf MESZ und auf den Beobachtungsort Nürnberg.

Am 10.08. tritt die Sonne in das Sternbild Löwe und am 22.08. in das Tierkreiszeichen Jungfrau. Die Tage werden merklich kürzer. Die Deklination der Sonne nimmt kontinuierlich von $\delta=+18,\!0^\circ$ am 01.08. auf $\delta=+8,\!7^\circ$ am 31.08. ab. Neumond ist am 04.08. und am 19.08. zeigt sich der Vollmond am abendlichen Himmel.

Die Venus taucht im Laufe des August allmählich als Abendstern auf und ist mit $-3^\text{m}\!\!,9$ sehr hell zu erkennen. Die Untergänge erfolgen am 01.08. um 21:26 Uhr , am 15.08. um 21:14 Uhr und am 31.08. um 20:45 Uhr .

In der Nacht vom 20.08. auf den 21.08. kommt es zu einer Mondbedeckung des Planeten Saturn. Der fast noch volle Mond wandert vor dem Ringplaneten vorbei und bedeckt diesen dann. Die Bedeckung beginnt um 05:32 Uhr am nördlichen Mondrand und endet um  06:32 Uhr am dunklen Mondrand. Beim Austritt ist allerdings die Morgendämmerung schon weit fortgeschritten und der Mond steht dann auch nur noch 14 Grad über dem Westhorizont.

Mars ist durch den August erst in der zweiten Nachhälfte zu sehen. Am 01.08. geht er gegen 1:30 Uhr auf. Täglich verschiebt sein Aufgang dann um ein paar Minuten nach vorne und erfolgt am 31.08. um 0:23 Uhr. Mit einer Helligkeit von $0^\text{m}\!\!,9$ ist er sehr hell und deutlich auch mit bloßem Auge zu erkennen. Der rote Planet wandert vom 10.08. bis 20.08. am Jupiter vorbei. Nebenstehend ist die Bahn für diesen Zeitraum des Mars eingezeichnet, sowie der Blick durch ein Okular bei ca. 40-facher Vergrößerung. Es sollten der Jupiter, die Galilei’schen Monde und Mars sehr gut zu sehen sein.

Jupiter selbst ist während des Augusts ebenfalls durch die zweite Nachthälfte gut zu beobachten. Der größte Planet unseres Sonnensystems verlagert seinen Aufgang allmählich bereits in die Zeit vor Mitternacht und wandert durch das Sternbild Stier. Ende August erreicht er eine Helligkeit von $-2^\text{m}\!\!,0$.

In der Nacht vom 27. auf den 28.08. begegnen sich abnehmende Mondsichel, Jupiter und Mars bzw. kommen sich sehr nahe.

Im Sternbild Wassermann nähert sich der rückläufige Saturn seiner Oppositionsstellung, die er aber erst im September erreicht. Seine rückläufige Bewegung kann man sehr gut an beiden Fixternen $\varphi$ und $\chi$ Aqr verfolgen, zwischen denen der Saturn hindurchläuft. Der Saturnaufgang verfrüht sich von 22:24 Uhr am 01.08. auf 20:23 Uhr Ende August. Wie bereits oben erwähnt, kommt es am 21.08. zur Saturnbedeckung durch den Mond. Nebenstehende – mit der Software Stellarium erstellte – Illustration zeigt den Blick über den Mondrand zu Beginn der Bedeckung um 5:32 Uhr.

Die äußeren Gasplaneten Uranus und Neptun können ebenfalls in der zweiten Nachthälfte beobachtet werden. Neptun geht Anfang August um 22:40 Uhr auf, Uranus erst gegen 0:40 Uhr. Uranus kann in einem guten Fernglas (idealerweise auf einem stabilem Stativ montiert) bzw. in einem bereits kleineren Teleskop als grünliches Scheibchen entdeckt werden. Um Neptun als bläuliches Scheibchen auszumachen, bedarf es auf jeden Fall schon eines leistungsstärkeren Teleskops, mit dem Vergrößerungen ab ca. 40- bis 50-fach möglich sind. Bis zum letzten Septemberdrittel beschleunigt Neptun seine rückläufige Wanderung durch das Sternbild Fische und erreicht dann seine Oppositionsstellung zur Sonne.

Das Highlight im Monat August ist der wohl aktivste Sternschnuppenstrom: den Perseiden. Das Maximum wird am Abend des 12.08. erwartet. Im Schnitt kann man bei diesem Strom bis zu 100 Sternschnuppen pro Stunde zählen. Voraussetzung ist allerdings, dass man sich unter einem relativ dunklen Himmel ohne Störlicht befindet – sonst erkennt man nur die hellsten Sternschnuppen, die aber auch schon sehr beeindruckend sind. Insgesamt nimmt die Intensität des Stromes dann langsam ab, sollte aber noch bis zum 24.08. zu verfolgen sein. Namensgebend für diesen Strom ist die scheinbare Herkunft der Sternschnuppen, die dem nordöstlich gelegenen Sternbild Perseus zu entspringen scheinen.

Objekte für Feldstecher und Fernrohr

Im Sternbild Leier ist es immer einen Blick zum Vierfachsystem $\epsilon_{1,2}$ Lyrae Wert. Beginnend bei niedriger Vergrößerung ist zunächst ein Doppelsternsystem auszumachen und bei höherer Vergrößerung erkennt man die Vierfachstruktur. Auch der Kopfstern des Schwans, $\beta$ Cygni (auch Albireo genannt) ein schönes Doppelsternobjekt mit beeindruckendem Farbkontrast: die rötliche Hauptkomponente mit $3^\text{m}\!\!,0$ mit ihrem bläulichen $5^\text{m}\!\!,1$ hellen Begleiter in einer Distanz von $34,\!7^{‚ ‚}$. Mit jedem guten Fernglas kann das 395 Lichtjahre entferne System gut aufgelöst werden.

Ebenfalls im Schwan findet man den in 1000 Lichtjahren entfernten offenen, $7^\text{m}$ hellen, Sternhaufen M39, der nordöstlich von Deneb ($\alpha$ Cygni) liegt und ebenfalls leicht mit dem Fernglas auszumachen ist.

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